Mühlviertel pur entdecken und genießen
Eselsrücken


Eselsrücken

 etrachtet man einen Esel von seiner Kehrseite aus, dann kann man mit etwas Phantasie einen Bogen mit  geschweiften Kanten – im unteren Teil konvex, im oberen Teil konkav – erkennen. Oder einfacher ausgedrückt: Einen Kielbogen wie er dem kunstliebenden Besucher in den Bauwerken dieser Gegend immer wieder auffällt. In die Architektur des Mühlviertels hat diese spezielle Form der Bogengestaltung in der Zeit der Spätgotik (ab dem 15.Jhd.) Einzug gehalten. Ihre Blütezeit erlebte diese Konstruktion in der persischen und ägyptischen Baukunst des 12. Jahrhunderts. Wie ein umgedrehter Schiffskiel erscheint der Umriss eines solchen Stilelements, das besonders häufig als oberer Abschluss Portale und Fenster ziert. Solche Kielbögen gibt es in sehr flacher, aber auch in steiler Ausführung.
     Das Kennzeichen des Eselsrückens ist seine nahe Verwandtschaft zum Spitzbogen, der in diesem Fall aber einen kleinen Gegenbogen an der Spitze aufweist.
     Wer den spätgotischen Spuren im Mühlviertler Kernland folgen möchte, begibt sich am besten auf die Gotikstraße. An der sehenswerten Rundstrecke liegen 30 Orte mit gotischer Architektur. Flügelaltäre, Kirchen, Kapellen und Bürgerhäuser zeugen von der tiefen Frömmigkeit der Menschen und ihrer Liebe zum Detail. Zwischen diesen Juwelen breitet sich eine an manchen Tagen fast mystische Landschaft mit ihrem besonderen Charme aus. Die Schönheit der sakralen Bauwerke ist begeisternd, und vor historischer Kulisse wird das Spätmittelalter lebendig und lohnt den Besuch.