Mühlviertel pur entdecken und genießen
Wallfahren im Mühlviertel


Wallfahren im Mühlviertel

ünschen wir uns nicht alle, uns von alten Lebensmustern »freizugehen«? Innerlich leer und frei zu werden und dann dem Neuen entgegenzuwandern? Man muss nicht unbedingt religiös sein, um den Wert des Pilgerns am eigenen Leib zu erfahren: Weite und Freiheit in der Natur, beglückende Weg-Gemeinschaft, ein Schmetterling als charmante Begleitung…

Äußerlich geht der Pilger zum Wallfahrtsort. Das eigentliche Ziel aber ist, aus innerer Erstarrung auszubrechen und bei sich selbst und bei Gott anzukommen. Unzählige Wallfahrtskirchen im Mühlviertel zeugen von der langen Tradition des Bittens. Früher gab es noch keine Versicherungen gegen Hagelschlag. Die Menschen waren auf gute Ernten angewiesen, auf Sonne und den nötigen Regen, und jeder Ort entwickelte seine eigenen Bittgänge und Wallfahrtsbräuche. Als den Begriff »Urlaub« hier zu Lande noch keiner kannte, war eine Wallfahrt eine der wenigen Möglichkeiten einmal den gewöhnlichen Alltagstrott hinter sich zu lassen. Betend, im Gespräch vertieft oder schweigend: es ist ein erhebendes Gefühl nach einer anstrengenden Zeit des Gehens in einer kühlen Kirche oder Kapelle zu sitzen. Dann noch die Sorgen einfach in Gottes Hände legen und seinen Segen erbitten – da schmeckt die wohlverdiente Brotzeit im Wirtshaus doppelt gut.

»Die Grenzen der Seele wirst du nicht finden, wie weit du auch gehst«, sagte schon Heraklith. Letztlich, meinte er, werden wir sie erst erfassen können, wenn wir in unserer »Heimat im Himmel« sind, und bis dahin begleitet uns die Sehnsucht.

Sich auf den Weg zu machen, alleine oder in einer Gruppe, und sich neu orientieren - dieses Thema wird immer aktuell bleiben. Eine Teilstrecke des berühmten Jakobwegs führt über das tschechische Krumau, quert das obere Mühlviertel -vorbei am Stift Schlägl - und dreht sich dann Richtung Passau nach Deutschland.